Warum wir Bücher in englischer Sprache lesen

Am vergangenen Donnerstag, den 13. Juni, habe ich auf Twitter meine erste Umfrage gestartet. Interessiert hat mich die Frage, ob und wie oft meine Twitter-Nachbarn Bücher in englischer Sprache lesen. Denn bereits am frühen Morgen postete ich meine erste englischsprachige Buchempfehlung.

Obwohl ich meine Artikel grundsätzlich auf Deutsch verfasse und nur wenige englischsprachige Accounts in meinem Leserkreis auf Twitter verzeichne, wollte ich es wagen. Da ich bereits schrieb, dass ich die vergangenen Wochen mehr gelesen als geschrieben habe, wollte ich Dir zeigen, welches Buch mir dabei am besten gefallen hat.

Erkundungsschiff per Umfrage
Es gibt keine Entfernung, die nicht zu überwinden wäre, genauso wenig die sprachliche.

So entstand die Umfrage!

Meine Überlegung war die folgende: Wem würde eine deutschsprachige Empfehlung eines englischsprachigen Buches nützen? Sollte sich jemand für das Buch interessieren, die englische Sprache jedoch nicht verstehen, wäre dies sehr enttäuschend. Da meine Buchempfehlung zunächst unberührt blieb, bildete sich eine Frage in meinem Kopf:

Schon wenige Minuten später starrte ich voller Freude auf den Bildschirm: Bereits 42 Stimmen wurden abgegeben. Eingestellt hatte ich die Umfrage für 5 Tage, da ich an ein schnelles Ergebnis nicht glaubte. Wie ich mich doch irrte! Während der gesamten Laufzeit der Umfrage stimmten 357 liebe Twitter-Nachbarn ab.

Dass die Angabe „Ja, manchmal!“ den beiden anderen vorauseilte, überraschte mich keineswegs. Schließlich gehöre ich selbst zu jenen Gelegenheitslesern. Doch schon am nächsten Tag hatten die Stimmen für „Ja, sehr viele sogar!“ beinahe aufgeholt, sodass sie jetzt bei 36 % liegen. Das sind lediglich 5 % weniger als beim Endergebnis. Das hat mich sehr wohl überrascht! Damit verbleiben nur 23 % aller Stimmen bei „Nein, gar keine!“.

Zuverlässigkeit der Umfrage

Natürlich ist bei dieser Art der Umfrage zu beachten, dass sie auf spontaner, freiwilliger Basis stattgefunden hat. Für gewöhnlich lassen wir uns auf Twitter nur dann zu einer Abstimmung hinreißen, wenn die Umfrage unseren eigenen Interessen entspricht, oder etwa nicht? Dennoch: In 5 Tagen auf über 350 Stimmen zu kommen (und das mit einem so jungen Account wie dem meinen), zeigt deutlich, dass das Thema aktuell und relevant ist.

Was die Teilnehmer sagen, …

… macht die Umfrage daher so richtig spannend! Deshalb werde ich zusammenfassen, was den Kommentaren zu entnehmen ist. Interessanterweise handelt es sich bei der in Englisch gelesenen Literatur meist um Fachliteratur (wenngleich nicht immer die Wahl gegeben ist) oder um den Bereich Fantasy und Science Fiction. Lass uns herausfinden, was den Teilnehmern so gut daran gefällt!

Wunsch nach Originalen

Gerne werden die Originale gelesen, wenn die Übersetzungen bereits bekannt sind. Haben die Leser einmal herausgefunden, dass die Übersetzungen mit den Originalen kaum zu vergleichen sind, weil sie das ursprüngliche Sprachgefühl nicht imitieren können, gehören die Originale praktisch zum Pflichtprogramm. Auch erfreuen sich einige Teilnehmer am englischen Wortwitz und der Schönheit der englischen Sprache.

Ein weiterer Faktor sind die Kosten: Im Englischen gedruckte Bücher sind meist günstiger und nicht selten ist der preisliche Unterschied zum deutschsprachigen Zwilling enorm!

Schöne Erinnerungen

Die englische Sprache ist nicht nur zur heutigen Zeit äußerst präsent. Einige Teilnehmer berichten, dass Bücher, die sie schon lange besitzen, Erinnerungen wachgerufen und sie erneut begeistert haben. Die Welten innerhalb dieser Bücher erlöschen nicht. Im Gegenteil: Das im Format „Buch“ Festgehaltene bleibt immerzu präsent und erlaubt es, die Welten immer wieder aufs Neue zu betreten.

Digitale Bücherwelt

Auch im Self-Publishing entstandene Bücher in englischer Sprache (kurz „SP“ genannt, wie mir erklärt wurde) erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Da es hier nur selten Übersetzungen gibt, werden sie grundsätzlich in der Originalsprache gelesen.

Dabei werden viele Bücher nicht mehr im physischen Sinne des Wortes gelesen, sondern als E-Book oder PDF. Allein mit dem Smartphone lassen sich mehrere Bücher gleichzeitig „transportieren“ und bequem an jeder Straßenecke lesen. Zudem scheint sich ein alter Trend erneut durchzusetzen: Vermehrten Berichten zufolge wird zu Hörbüchern gegriffen.

Fremdsprachennot

Als Hindernis wurde lediglich der Fall enthüllt, die englische Sprache nicht zu beherrschen. Glücklicherweise lässt sich jedoch ebenso feststellen, dass einige Teilnehmer in der Lage waren, ihre Sprachkenntnisse durch die regelmäßige Lektüre zu veredeln (insbesondere in Kombination mit Filmen).

Mein eigenes Faible

Seit meinem sprachwissenschaftlichen Studium habe ich mich immer wieder und immer öfter mit der englischen Sprache auseinandergesetzt. Ich habe Filme geschaut, Bücher gelesen und keine Möglichkeit ausgelassen, die Sprache selbst zu praktizieren.

Mittlerweile bin auch ich dazu übergegangen, die Bücher bevorzugt im Original zu lesen. Dies gelingt mir jedoch nicht immer. Wenn ich in die Buchhandlung gehe, bleibt keine Zeit zu recherchieren. Hier lasse ich mich von Umschlag, Klappentext und einer kurzen Probelektüre überzeugen. Mal sind die Bücher auf Englisch und mal sind sie eben auf Deutsch.

Bücher in englischer Sprache

Bücher in englischer Sprache werden häufiger gelesen, als gedacht. Vor allem der Fluss digitaler Möglichkeiten scheint damit zusammenzuhängen: Hier erfahren wir nicht nur von Originalen und lesen E-Books. Tatsächlich ermöglicht uns das Internet einen völlig neuen Horizont: Mit dem erhöhten Zugriff vervielfältigen sich unsere Bedürfnisse. Aus diesem Grund begeben wir uns über unsere muttersprachlichen Grenzen hinaus.

Durch die neu gewonnene Reichweite werden wir nicht nur auf die Werke von Self-Publishing-Autoren aufmerksam. Es erhöht sich auch das Potenzial, Vergleiche zu ziehen: Wir bemerken die Qualitätsunterschiede zwischen Original und Übersetzung und wollen von nun an nur noch die besten Texte lesen: Ganz klar greifen wir zum Original!

Ein großes Dankeschön!

Trotz des sehr jungen Accounts, den ich zurzeit auf Twitter pflege, konnten für die Umfrage 357 Abstimmungen gesammelt werden. Dieses Ergebnis macht mich unglaublich stolz und gleichzeitig unglaublich dankbar. Somit möchte ich all jenen herzlich danken, die Likes, Retweets, Kommentare und Stimmen abgegeben haben. Vielen Dank für die Hilfe bei dieser kleinen Entdeckung!

Angeregter Forschungsdrang

Die Frage nach dem Interesse an englischsprachigen Büchern war jedoch kein spontaner Einfall. Wie Du bereits weißt, veröffentlichte ich am selben Tag meine Rezension zum Roman „All My Colors“. Daher wollte ich natürlich wissen, ob Du Dich überhaupt für fremdsprachige Bücher interessierst und darüber lesen willst.

Dieses Mysterium ließ sich nach Abschluss der oben genannten Umfrage bereits klären. Um meinem Forschungsdrang jedoch weiter nachzugehen und Dir weitere (hoffentlich hilfreiche) Einblicke zu ermöglichen, werde ich in den nächsten Tagen weitere Fragen auf Twitter stellen:

Es würde mich sehr freuen, wenn Du mich auch bei diesen Fragen in naher Zukunft tatkräftig unterstützt. Desto mehr sich beteiligen, umso wertvoller sind die Daten, die schlussendlich das Ergebnis bilden. Bis bald!

Über Naomi

Schon während meines Masterstudiums in Literatur- und Sprachwissenschaft begann ich, meine ersten Ideen zu präzisieren und meine Begeisterung in das wundersame Terrain der Spiritualität fließen zu lassen. Parallel zu meiner damaligen Tätigkeit als kreative Texterin entdeckte ich schnell die Brücke, die Kreativität und Spiritualität miteinander verbindet. Heute habe ich meinem Herzenswunsch nachgegeben und setze meine eigenen Visionen, Ideen und Flausen um, wie Du unschwer erkennen kannst! ;-)

2 Kommentare

  1. Wie oft liest Du Rezensionen zu Büchern?

    Bevor ich ein Buch kaufe versuche ich mir über die Rezensionen einen Eindruck zu verschaffen, was mich da erwartet.

    Wobei meine Buch-Leseliste im allgemeinen aus drei Quellen gefüllt wird:
    a) Empfehlungen von Freunden. Da habe ich welche, da weiß ich, dass das Buch gut ist ohne viel Rezensionen lesen zu müssen.
    b) Buchbesprechung in einem Podcasts die ich höre. Da wird dann beispielsweise der Autor interviewt und erzählt von seinem Buch, dann kann ich entscheiden ob mich das interessiert.
    c) wenn „a“ und „b“ Ebbe haben auch mal in Goodreads die Empfehlungen anschauen (oder auf dem E-Book-Reader) und dann die Rezensionen lesen um zu einer Lese-Entscheidung zu kommen.

    Würdest Du englischsprachige Rezensionen lesen?

    Natürlich. Englische Bücher haben oft nur englische Rezensionen. Und ich schreibe ja auch englsiche Rezenstionen wenn das Buch auf Englisch war.
    Die eigentliche Frage wäre ja, ob englischsprachige Rezensionen die ja von Rezensenten aus anderen Kulturkreisen kommen einen anderen Blick aufs Buch haben als das bei deutschsprachigen Rezensenten der Fall wäre. Überspitzt dargestellt: Bei Amerikanern ist oft alles „marvelous“ oder „fantastic“, aber die Frage ist doch, ob diese Superlative auch bei deutschen
    Rezensenten zum Einsatz kommen würden.

    Nach welchen Kriterien scannst Du die Rezensionen ab?

    a) Was ist der Erkenntnisgewinn den der Rezensent aus diesem Buch mitgenommen hat? Oder auch „Lustgewinn“, „Entspannung“ was auch immer.
    b) Glaube ich, dass ich zur Zielgruppe dieses Buches gehöre?
    c) Ist die Rezension oberflächlich oder hat sie „Tiefgang“?

    So, das waren meine bescheidenen Gedanken.

    • Guten Morgen, Rainer,

      herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen so ausführlich zu beantworten! Ich freue mich riesig darüber (und es hilft mir auch sehr weiter)! 🙂

      Die erste dieser drei Fragen hat soeben ihren Weg auf Twitter gefunden: https://twitter.com/earth_renewing/status/1141610578496151552

      Ich bin gespannt, ob und inwiefern zukünftige Angaben mit der Deinen übereinstimmen (und natürlich mit dem, was ich mir zunächst gedacht habe)!

      Dir nochmals vielen Dank und einen schönen Feiertag!

      Herzlichst
      Naomi

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