Frohe Weihnachten mit einem Gedicht: Mistletoe

An Weihnachten stehen Dir zunächst sämtliche Erledigungen und Vorbereitungen bevor: Du stehst bei Deinen Einkäufen in einer langen Schlange an der Kasse, Deine Planung muss hier und da angepasst werden und wenn Du das Abendessen endlich in den Ofen geschoben hast, geht es an den Feinschliff.

Gerade dann, wenn Du Dich vor Stress nur so krümmst, ist es wichtig, Dich wieder auf die Bedeutung von Weihnachten zu besinnen und Dir eine wahrlich besinnliche Auszeit zu gönnen. Das Gericht brutzelt im Ofen bereits fröhlich vor sich hin? Ausgezeichnet! Nimm Dir also ein wenig Zeit für Dich. Suche Dir auf YouTube Dein liebstes Weihnachtslied heraus und beginne zu singen. Oder schreibe einfach mal ein Gedicht!

Nichts entzieht dem Stress effektiver den Fokus als die konzentrierte Suche nach dem nächsten Reim. Warum bringst Du Dich nicht erst einmal in Stimmung? Das nachfolgende Gedicht verfasste ich während meiner eigenen Auszeit genau vor einem Jahr, nämlich am 24. Dezember 2017.

Darf ich vorstellen: Mistletoe.

Once upon a time there was a mistletoe
Hanging lonely from its host
Observing nostalgically the stormy show
Way up to a single lantern post.

The lantern post’s light flickers angrily
Its head covered up in snow
A gardener, being about to pass it busily
When the post lands a throw.

Looking up freezingly with narrow eyes
The post glows as bright as new
By adjusting his head in pure disguise
A mistletoe crops up to his view.

Highly unsure and excited at the same time
The mistletoe can’t hang still
Watching the gardener unwaveringly climb
Some scissors then end its thrill.

Awakening from long and deep dreams
The mistletoe looks down
As a couple kisses tenderly and beams
Being their festive crown.

Mistelzweig im Affinity Designer
In diesem Jahr ist es mir leider nicht gelungen, einen frischen Mistelzweig abzulichten. Daher habe ich mir erlaubt, mein neues Programm Affinity Designer auszuprobieren.

Das Gedicht beschreibt die Beobachtungen eines Mistelzweigs. Wehmütig betrachtet er seine Umgebung und verfolgt das Schauspiel einer Straßenlaterne, die sich über den angehäuften Schnee auf ihrem Kopf entrüstet. Als sich ihr ein Gärtner nähert, der es eilig zu haben scheint, wittert sie ihre Chance und wirft den Schnee ab. Dieser landet auf dem Kopf des Gärtners, der fröstelnd hochschaut, das Phänomen jedoch nicht erklären kann. Während er so nach oben sieht, fällt sein Blick auf den Mistelzweig, der nach wie vor an seinem Baum hängt und entscheidet sich, diesen mit seiner passenden Ausrüstung zu holen. Der Mistelzweig kann seine Aufregung nicht verbergen und verliert bei dem Schnitt, der ihn vom Baum trennt, das Bewusstsein. Als er erwacht, küsst sich gerade ein Liebespaar unter ihm. Er ist stolz, dass er ihnen als „Krone“ dient.

Warum ein Gedicht?

Das Gedicht ist eine wunderschöne Art, Deine Gedanken und Gefühle in angenehmer Kürze mit Deinen Nächsten zu teilen und diesen Deine Wertschätzung zu offenbaren.

Darüber hinaus schaffen es Gedichte nicht nur, Dich den möglichen Stress um Dich herum vergessen zu lassen und endlich zu entspannen, sondern zwingen Dich auch, Dich in kreativer Hinsicht mit neuem Wortschatz auseinanderzusetzen. Das Spiel mit den Worten erlernst Du mit einem Gedicht am schnellsten. Es ist wie eine Art der Schatzsuche, deren Ziel es ist, Deinen Gedanken mit den richtigen Worten Ausdruck zu verleihen.

In nur 5 Schritten zauberst Du Dein Gedicht!

Ein Gedicht zu schreiben kann sehr einfach sein oder auch sehr schwierig. Letzterer Fall trifft meist dann ein, wenn Du glaubst, dass es schwierig sein muss. Doch das Gedicht gehört immer Dir und damit eröffnen sich Dir so ziemlich alle Möglichkeiten. Auch jene, es schnell und einfach zu Papier zu bringen!

Damit wünsche ich Dir viel Spaß bei Deiner eigenen Kreation!

Schritt 1: Das Thema

Weihnachten ist eines dieser Feste, an denen die Emotionen buchstäblich hochkochen können, im Positiven sowie im Negativen. An Stoff sollte es daher nicht mangeln.

Denke bei Deiner Themenwahl über das Folgende nach:
Was ist es, das Dich gerade bewegt?
Was würdest Du Deinen Nächsten am liebsten mitteilen?

Schritt 2: Der Umfang

Soll es ein kurzes Gedicht sein, das eine Botschaft in kompakter Form präsentieren oder zum Nachdenken anregen soll? Oder bevorzugst Du ein längeres Gedicht mit unterhaltsamen Details zum Vortragen?

Schritt 3: Der Stil

Der Stil hängt von Deinen Vorlieben ab oder davon, mit wem Du später zusammensitzt. Hierbei gibt es verschiedene Aspekte zu klären:

  • Reim oder kein Reim?
  • Wenn Reim, dann welcher? Zum Beispiel Paarreim (aabb) oder Kreuzreim (abab)?
  • Welche Stimmung willst Du transportieren?
  • Welche Wortwahl passt zu der ausgewählten Stimmung?
  • Soll es schnell oder langsam vorgetragen werden? Kurze Verse bieten sich an, wenn Du Spannung aufbauen und die Verse „durchlaufen“ willst.
  • Andere Besonderheiten erwünscht? Wenn Du möchtest, kannst Du Deinem Gedicht ein gewisses Äußeres verleihen. Der Dichter Stefan George schrieb bspw. stets in Kleinbuchstaben. Manch andere Dichter mögen es, die Versanfänge konsequent mit Großbuchstaben zu beginnen. Vielleicht hast Du aber auch schon etwas ganz anderes im Sinn?

Mit diesem Schritt geht es vor allem darum, in Erfahrung zu bringen, was Dir gefällt und unter welchen Kriterien es Dir Spaß bereitet zu schreiben. Aber auch, um Dir einen Rahmen zu schaffen, der Dir wie ein roter Faden hilft, Dein Gedicht auf effektive Weise zu schreiben.

Schritt 4: Das Schreiben

Bedenke: Es ist Weihnachten. Du willst Dein Gedicht also noch fertigstellen, bevor Deine Gäste auftauchen oder Du das Essen aus dem Ofen holen musst.

An dieser Stelle kann ich Dir nur eines raten: Beginne einfach zu schreiben!

Desto länger Du auf Dein leeres Blatt Papier starrst, umso ungeduldiger und frustrierter wirst Du. Das möchtest Du nicht. Warum die Ungeduld dann nicht einfach befriedigen und loslegen?

Am Anfang reicht die Kladde. Schreibe die Wörter auf, die Dir in den Sinn kommen, Wörter, die zu Deinem Thema (und zu Weihnachten) passen und jene Wörter, die besonders hübsch klingen. Vielleicht hast Du zuvor einem Weihnachtslied gelauscht und ein Vers geht Dir einfach nicht aus dem Kopf? Vielleicht ist Dir ein bestimmtes Wort schon oft an diesem Tag entgegengesprungen? Bringe Deine Wörter anschließend in eine Reihenfolge.

Wenn Du eine Szene darstellen möchtest, solltest Du damit beginnen, die einzelnen Stationen zu notieren. Dies gilt auch für die Beschreibung Deiner Emotionen. Überlege Dir, wie Du Dich gerade fühlst oder wie Du Dich später zusammen mit Deinen Liebsten fühlen willst und schreibe es auf. Nun brauchst Du das Geschriebene nur noch in eine Form zu bringen.

Tipp: Wenn Du einmal hängen bleibst, empfehle ich Dir, verschiedene Reimplattformen im Internet aufzusuchen, die Dir passende Reime vorschlagen. Beispiele sind Was reimt sich auf … oder das Reimwerkzeug der Lyrikecke. Gerade am Anfang ist dies sehr hilfreich, da es zunächst schwierig einzuschätzen ist, wie viele Reime es überhaupt für bestimmte Wörter gibt oder ob es besser wäre, einen Satz umzuformulieren.

Während dieses Schritts füllen sich die Lücken meistens von selbst. Habe einfach Vertrauen, summe oder trinke Punsch dabei und beobachte, wie auf Deinem Papier etwas Neues entsteht.

Schritt 5: Der Feinschliff

Gedichte sind Texte der Vortragskunst. Die Länge der Verse und der integrierte Reim unterstützen dies. Daher kannst Du Deinen Text am besten veredeln, indem Du ihn laut vorliest. Markiere Dir die Stellen, an denen …

  • der Reim noch nicht sitzt.
  • Dir ein Vers zu lang oder zu kurz vorkommt im Gegensatz zu seinem Gegenpart.
  • Du Worte findest, die Dir im Nachhinein nicht so gut gefallen.
  • Du auf eine inhaltliche Lücken stößt.

Bewerte ebenfalls, ob Dein Gedicht Deinen Gästen zugänglich sein wird. Wird Deine Absicht, die transportiert werden soll, zu Ende des Gedichts deutlich? Dabei kann es sich um ein Gefühl, einen Wunsch, um Unterhaltung oder einfach um Dankbarkeit Deinen Liebsten gegenüber handeln.

Ab zum Fest!

Verschiedene Aspekte machen das Schreiben eines Gedichts im Vergleich zu anderen Textformen äußerst attraktiv. Zum einen ist es kurz und kann, wenn Du ein wenig Übung hast, in wenigen Minuten fertiggestellt werden. Zum anderen kannst Du es an Deine Bedürfnisse anpassen: Entweder entscheidest Du Dich, nach festen Regeln zu schreiben (zum Beispiel in gängigen Gedichtformen wie dem Sonett) oder Du schreibst einfach „ins Blaue“ hinein und beobachtest, wohin es Dich führt. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist immer eine nette und schöne Geste, ein Gedicht mit Deinen Mitmenschen zu teilen. Du kannst in einem Gedicht nicht nur Deine Botschaft ästhetisiert verpacken, sondern Deinen Lieben eine ganz besondere Freude machen, denn sie werden es wertzuschätzen wissen, dass Du Dich hingesetzt und etwas für sie geschaffen hast.

Über Naomi

Schon während meines Masterstudiums in Literatur- und Sprachwissenschaft begann ich, meine ersten Ideen zu präzisieren und meine Begeisterung in das wundersame Terrain der Spiritualität fließen zu lassen. Parallel zu meiner damaligen Tätigkeit als kreative Texterin entdeckte ich schnell die Brücke, die Kreativität und Spiritualität miteinander verbindet. Heute habe ich meinem Herzenswunsch nachgegeben und setze meine eigenen Visionen, Ideen und Flausen um, wie Du unschwer erkennen kannst! ;-)

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